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Historische Fiktion ist ein kniffliger Trope. Wir haben Informationen aus der Vergangenheit, aber in der Regel fehlen einige Teile. Es macht Spaß, die Lücken auf logische oder fantasievolle Weise zu schließen, aber gelegentlich irreführend, interessanter, realistischer oder problematischer. Zum Beispiel gibt es in den historischen Aufzeichnungen nichts, was bestätigt, dass Abraham Lincoln tatsächlich ein Vampirjäger war. Aber ich verstehe den Reiz der Handlung. Ich habe kürzlich Jeffersons: A Founding Father's Secret Children von Kimberly Brubaker Bradley gelesen. Das Buch richtet sich an ein junges erwachsenes Publikum und erzählt eine Geschichte über Thomas Jefferson, seine Sklavin Sally Hemings, und Jeffersons vier überlebende Kinder mit Sally Hemings: William Beverly, Harriet, James Madison und Thomas Eston. Aus den historischen Aufzeichnungen geht eindeutig hervor, dass Sally Hemings vier Kinder hatte, als sie in Monticello versklavt wurde, dass diese Kinder ziemlich weiß aussahen, Thomas Jefferson ähnelten und von Thomas Jefferson freigelassen wurden — die beiden älteren Kinder durften 1822 gehen und die anderen beiden wurden in seinem Testament freigelassen. Sally Hemings wurde nicht von Jefferson befreit, aber Jeffersons Tochter erlaubte es Jeffersons Tochter, Monticello nach Jeffersons Tod zu verlassen, und lebte mit ihren Söhnen in Charlottesville, VA. Die historischen Aufzeichnungen sind auch klar, dass es substanzielle Gerüchte über Thomas Jefferson und seine Sklavin Sally Hemings gab. 1802, als Jefferson für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten kandidierte, schrieb der Journalist James T. Callender in einer Zeitung in Richmond, VA, dass Jefferson „als Konkubine eine seiner Sklaven“ namens Sally behielt und dass Jefferson mehrere Kinder mit ihr hatte. Sally Hemings hat, soweit wir wissen, keine schriftlichen Berichte hinterlassen. In den 1990er Jahren zeigten DNA-Beweise eindeutig, dass Thomas Jefferson mit Sally Hemings Kinder gezeugt hat. Für ein Publikum des 21. Jahrhunderts ist es schwierig, über Sklaverei zu unterrichten. Aber für mich ist der Alltag und die Intimität des Lebens zwischen den Sklaven und ihren Besitzern am schwierigsten zu verstehen. Die historischen Aufzeichnungen wiesen oft auf das Erscheinen von Sklaven hin. Aber selten weisen die historischen Aufzeichnungen eindeutig auf die weißen Väter versklavter Kinder hin. Und doch wissen wir, dass es regelmäßig passiert ist. Es ist schwer vorstellbar, mit Sklaven zu leben. Und Sklaven, die Kinder haben, und viele von ihnen sehen weiß aus. Oder sieh aus wie der Meister. Oder sein Sohn. Oder sein Bruder. Es ist das Geheimnis, das jeder kennt, aber nur sehr wenige sagen etwas darüber. Jeder flüstert darüber, wer der Vater ist. Die meisten Menschen bemerken familiäre Ähnlichkeiten. Und doch schweigt die historische Aufzeichnung über diese gängige Praxis weitgehend. Frederick Douglass sagte in seiner 1845 veröffentlichten Erzählung: „Mein Vater war ein weißer Mann. Er wurde von allem, was ich je von meiner Abstammung gehört habe, als solcher zugegeben. Es wurde auch die Meinung geflüstert, dass mein Meister mein Vater sei; aber über die Richtigkeit dieser Meinung weiß ich nichts.“ Douglass gibt weiter folgenden Kommentar zur Praxis, Sklaven zu zeugen: „Das Flüstern, dass mein Herr mein Vater war, mag wahr sein oder auch nicht; und ob wahr oder falsch, es hat für meine Absicht nur geringe Bedeutung, während die Tatsache in all ihrer eklatanten Abscheulichkeit bestehen bleibt, dass Sklavenhalter angeordnet und gesetzlich festgelegt haben, dass die Kinder von Sklavenfrauen in allen Fällen dem Zustand ihrer Mutter folgen sollen; und das wird zu offensichtlich getan, um ihren eigenen Begierden nachzukommen und die Befriedigung ihrer bösen Wünsche sowohl gewinnbringend als auch angenehm zu machen; denn Durch dieses listige Arrangement hält der Sklavenhalter, in nicht wenigen Fällen, seinen Sklaven die doppelte Beziehung von Herr und Vater aufrecht.“ Jeder hat es bemerkt. Man musste sehr hart arbeiten, um diese Praxis nicht zu bemerken, und die historischen Aufzeichnungen spiegeln einige Hinweise auf birassische Kinder wider, aber offiziell wird diese Praxis nicht anerkannt. Dies macht es einigen auch leicht zu leugnen, dass die Praxis jemals stattgefunden hat. Thomas Jefferson gewährte die Freiheit seiner versklavten Kinder, aber dies war ein seltenes Ereignis. Ich wünschte, Sally Hemings hätte ihre eigene Geschichte geschrieben, aber sie hat es nicht getan. Oder, falls sie es getan hat, wäre sie nicht erhalten geblieben.

Rebecca Koerselman

Rebecca Koerselman teaches history at Northwestern College in Orange City, IA.

4 Comments

  • Jill Fenske says:

    Ah, how many stories of the vulnerable ( slaves, women, working poor ) were not preserved. We would be richer for them.

  • Rebecca,
    Once more, thank you for your work. Having just come back from the Holy Land with the “She is Called” group, I really lament the absence of the female narrative.

    Blessings,

    Mark

  • James C Dekker says:

    One more example of the “Victor” writing oting history?

  • Pamela Spiertz Adams says:

    Rebecca, I have heard this story many times and it strikes me as extra fodder to add to our country’s BIG SIN which is slavery. Very sad first for the slavery and second for not freeing people you were so close to. Of course, we have to think there was some closeness-how could it not be.

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